HAmburger Netzwerk Spielpflege - HANS 2024

 

 

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Warum Spielpflege?

Spielerische Offenheit, Neugier, Experimentierfreude sind Eigenschaften des menschlichen Lebens, in allen Lebensaltern, in allen Lebensbereichen. Diese Lebensqualität gilt es in organisierter Umwelt und fortschreitender Digitalisierung zu bewahren und zu fördern. Diese Aufgabe soll hier 'Spielpflege' genannt werden. Körperpflege, Pflege menschlicher Beziehungen, Krankenpflege, Traditionspflege... überall ist der achtsame Umgang mit anderen Menschen benannt, ohne den es kein humanes Gemeinwesen geben kann. Spielpflege ist die Befähigung zu offener Lebenshaltung und die Herstellung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen hierfür.

Wirtschaftliche Zweckorientierung hat sich verselbstständigt, auch mit der Folge der Umweltbedrohung und zunehmenden didigalen Durchdringung aller Lebensbereiche. Ob all die kontreten Probleme, die sich hieraus für die Menschen, Kommunen, Staaten, die Natur, die globalen Strukturen ergeben, muss wohl als offen gelten. Um so wichtiger, das Spielelement, das Experiment in allen Bereichen des menschlichen Lebens zu fördern. Das ist keine "Spielerei", Verniedlichung von Problemlagen zugunsten humorvoller Tagesaktualität, sondern Spiel-, Streit- und Lösungskultur, die wohl unerlässlich ist!

Ist Spielpädagogik veraltet?

Nein, ganz im Gegenteil! Angesichts der aktuellen Entwicklungsprobleme von Kindern und Jugendlichen sowie der körperlichen und psychischen Probleme von Erwachsenen erscheint spielpädagogische Aktivität dringender denn je! Spielen ist unentbehrlich in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, von hohem therapeutischen Nutzen im Arbeitsalltag, von bindender und problemlösender Kraft in allen sozialen Verbänden. Damit ist Spielpädagogik, die persongebundene Förderung des Spielens, offen anleitend oder verdeckt fördernd, von hoher aktueller Bedeutung.

Spielpädagogik ist der Kern der Spielpflege, dem Versuch, das Spielelement im Zusammenleben der Menschen generell zu fördern. Der pädagogische Impetus richtet sich auf die konkrete Pflege des Kinderspiels, auch des Spiels von Erwachsenen, und des gemeinsamen Spiels in verschiedensten Gruppen und sozialen Verbänden (Kindergarten, Schule, Freizeit, Behinderten- und Sozialarbeit...). Spielpädagogik legt mit dem Ziel der Förderung des selbstorganisierten (Gruppen-)Spiels, ohne und mit geeigneter Anleitung, wichtige Grundlagen für eine offene Lebenhaltung. Sie ist damit Basis aller Spielpflege, Teil der Spielpflege!

Parallel zur Entwicklung der digitalen Medien war und ist ein Verlust spielpädagogischer Forschung, Lehre und Praxis zu beobachten. Spiel wird zunehmend als Computerspiel begriffen; das wirkliche Spiel, Objekt der Spielpädagogik, wird begrifflich als 'analoges' Spiel ausgegliedert. Wer das nicht glauben mag: Einfach einmal "Spiel" googeln! Die Gewichte haben sich verkehrt, die Sprache folgt dem. Computerspiel ist zunehmend Synonym für Spiel. Da hat Spielpädagogik einen schweren Stand. Erschwert durch die wichtige Bildungs-(Chancen)Aufklärung, u.a. mit der Folge der Profilierung der 'Kitas' als Bildungseinrichtungen. An Universitäten und Hochschulen wird Spielpädagogik weitgehend durch Medienpädagogik ersetzt. Diese werden in der Regel in frühen Lebensaltern empfohlen, um den Anschluss nicht zu versäumen... Dass die wichtigen, überlieferten Kinderspiele parallel verloren gehen, damit die Kindesentwicklung unbekannt gefährdet ist, ist kein zentrales Thema, wenn überhaupt. Es ist höchste Zeit für eine Widerbelebung spielpädagogischer Forschung, Lehre und Praxis!!!

Welches sind die Praxisfelder der Spielpflege?

Familien mit Kindern
sind die wichtigsten Bewahrer von Spielkultur, haben es heute aber schwer. Häufig fehlender Spielraum im Wohnquartier, Alltagsbelastungen aller Art mit der Folge gesundheitlicher Beeinträchtigung und Ruhebedarf gerade abends zur Spielzeit, Steuerung des Medienkonsums der Kinder bei gleichzeitiger, oft notwendiger eigener Mediennutzung, häufige Medienabhängigkeiten der Kinder und Jugendlichen belasten.

Kinder erhakten häufig nicht mehr jene Aufmerksamkeit, die sie benötigen. Siehe die Hamburger Kinder-Demo mit dem Motto "Spielt mit mir, nicht mit euren Handys". Mit der Digitalisierung in der Familie verbindet sich häufig auch das 'Helikoptern', was dann zu mangelndem Erlebnis, mangelnder Forderung und Bewährungsfreude bei Kindern führt. Mit Verhaltens-Folgeproblemen wie Aktivitätsdrang und Aufmerksamkeitsstörungen. Weiterer, wenig begleiteter Medieneinsatz verschlimmert oft die Situation.

Die Familie ist 'Keimzelle' des gesellschaftlichen Lebens - nur wenn sie 'lebt', lebt auch das Gemeinwesen. Das heißt für die Kinderbetreuung: Sprechen, Sprechen, Sprechen... Bewegung in der Wohnung, Schaukel wo möglich, Krabbelgelegenheiten. Spielzeug zum Gestalten, wenig, auch wenig Plastik, dann ohne Gifte.Pflege der Phantasie durch Vorlesen, Bilderbücher, Klebebücher, weiterführende Kinderbücher ausgewiesener AutorInnen und Verlage. Klebebücher auch für das Thema Spiel nutzen ("mein Spielbuch"). Vielfältig gemeinsam spielen. Hierbei (Bastel-)Aufgaben stellen. Das Kinderspiel einfühlsam und erkannbar aufmerksam begleiten. Kostet Zeit. Regelmäßig Ausflüge in die Natur. Abenteuer, Stromern, Balancieren, Hütte bauen, auch Klettern! Nicht der Illusion unterliegen, dass elektronische Medien (insb. Handy) im Sinne der sog. "Medienkompetenz" schon früh wichtig seien, weil die Wirklichkeit kommt. Diese Medien werden nicht verstanden, binden mit oberflächlicher Attraktivität, behindern autonome Entfaltung in der wirklichen Wirklichkeit. Hierzu gibt es Ungtersuchungen. Das Buch ist ohnehin das zentrale Medium mit vielfältig förderlicher Wirkung. Seriöse Medienratgeber zur altersgerechten Einführung, Zugriffsbeschränkung, Zeitregelung konsultieren, eigenes Verhalten ggf. überprüfen! Abhängigkeiten enstehen unbemerkt, behandlungsbedürftige Formen ebenfalls!

Alles leicht gesagt... aber 'alternativlos'! Derzeit häufen sich Bestseller zu Erziehungsfragen. Verhaltensprobleme bei Kindern scheinen virulent. Es scheint plausibel, dass die moderne behütete, oft spielarme und medial geprägte, alles verstehende, auch oft bildungsbetont verplanende Praxis Kindern wenig Anforderung, wenig Erfolgserlebnis, wenig Orientierung, oft auch wenig Muße gibt. Das kann mangelnde Geduld, Frustrationstoleranz, ungerichtete Aktivität, Ausbrüche von Starrheit, Wut, Weinen mit bewirken. Hier wird es mächtig Gegenwind geben...

Eltern und VerteterInnen einschlägiger Verbände sind herzlich eingeladen, es braucht Ideen und Initiativen! Siehe hierzu auch die folgenden Ausführungen, insbesondere zum Umgang mit elektronischen Medien.

Krippen und Kindergärten
müssen den Druck der Arbeitsgesellschaft auffangen und tun dies mit aller Hingabe. Es besteht im Gefolge der Einsichten in die Bedeutung frühkindlicher Förderung der Anspruch der Gesellschaft bzw. der Eltern, dass Kinder hier eine optimale Früh- und Bildungsförderung erfahren. Weiter besteht der Anspruch der besonderen Förderung von Kindern aus sog. 'bildungsfernen' Elternhäusern, insbesondere im Bereich der Sprachsozialisation.

Es gibt dringende Empfehlungen, Bewegung und Freispiel zu fördern; die Hirnforschung gibt hier klare Auskünfte. Bewegung ist essentiell für die Gehirnentwicklung, Spielen setzt das fort. Spiel ist beste Bildungsförderung, bei allen Kindern. Das klassische Medium Spiel, von Fröbel in den Mittelpunkt gestellt, hat gegenüber dem hohen Bildungsanspruch nicht das erfolderliche Image.

Bildungsansprüche und Sicherheits-Forderungen der Eltern sowie der Versicherungen erschweren freies Spiel. VertreterInnen der 'Kitas' und ihrer Trägerorganisationen sind hier gefordert, es muss in dieser wichtigsten Entwicklungsphase, in der das Spielen als Medium des Lernens einen so zentralen Rang hat, alles (!) zur Spielförderung getan werden. Das geschieht auch, im jeweiligen Rahmen. BetreuerInnen sind zumeist an der Grenze des Leistbaren. Die Diskussion um aktuelle Maßnahmen sollte um das thema Spielpflege erweitert werden!

Auch hier eine Notiz zu Medien. Das Buch ist in diesem Alter das zentrale Medium. Die Vorstellung, dass digitale Medien im Kindergarten wichtig seien für den Erwerb von Medienkompetenz, ist höchst umstritten. Im Zweifel... Die Knirpse verpassen nichts, der Außendruck in der Schule ist ein effektiver Lehrmeister. Im Kindergarten sollten Kinder mit Bewegung, Gesang, Bewegungsspiel, Gespräch, Erzählung, Vorlesen, Bücherbetrachten, Phantasieren, eigenem und gemeinsamen (Frei-)Spiel stark gemacht werden für die elektronischen Medien. Nur starke Kids können die elektronischen Medien unbeschadet 'huckepack' nehmen und sie förderlich nutzen. Diese Position ist in deutlichem Widerspruch zur gängigen Diskussion und Praxis. Sie ist aber nicht abwegig - Silocon Valley erlebt derzeit einen Boom von Waldorf-Kindergärten und -Schulen. Es besteht Diskussionbedarf - wohl auch Handlungsbedarf.

Schule / Schulspiele
sind die nächste Station der Spielförderung. Schulen verstehen sich primär als Einrichtungen des formalen, messbaren Lernens, nicht des offenen Spielens. Anfangs wird noch viel gespielt, versucht, den Übergang zum Lernen zu ebnen. Die Stundentafel und der Bildungsplan strukturieren den Fortgang - jetzt wird Schule zur 'Penne'.

Spielen und Lernen gelten fälschlich als zwei aufeinanderfolgende Welten, 'Kinderspiel' irgendwann als überwunden. Entwicklungspsychologie und Hirnforschung stellen klar, dass Kindheit Spielzeit ist, Spielen die erste Form des Lernens ist, das spätere Lernen spielerische Offenheit braucht. Die pädagogische Kunst besteht wohl darin, das Spielelement vom reinen Spiel in den Unterricht zu überführen, den Lehrinhalt spannend, erlebnisreich, individuell fordernd zu gestalten. Das verhindern zumeist schon die Rahmenbedingungen (Klassenstärke, Förderbedarfe, mangelnde Aufmerksamkeitsfähigkeit...). Schulen versuchen, den Unterricht offen zu gestalten oder zumindest das Lernen durch spielerische Unterrichts- und Pausengestaltung zu fördern. Derzeit besteht eine Tendenz der Ablösung von Offenheiten durch Fachlichkeit, Üben. Zu dieser notwendigen Bedingung des Lernens sollte in jedem Falle die Pflege des Spielelements treten!

Vielleicht kann man einen mutigen Schritt tun und die uralte Idee einer täglichen Bewegungs- und Spielzeit verfolgen. Man könnte das Schulspiele nennen, sozusagen die Kinderstube des Schulsports. Dieser könnte Schulspiele schon an zwei Tagen mit absichern. Es blieben nur noch drei Tage, von denen mindesten ein Tag verbunden mit einem Unterrichtsthema gesichert werden könnte. Ein bis zwei Tage blieben, deren Nutzung für Schulspiel angesichts der Bedeutung des Gesamtvorhabens große Aussicht hätte, innerhalb der Stundentafel genehmigt zu werden. Spielen und Lernen sind Partner, die, in dieser Weise verbunden, ungeahnte positive Effekte auf das Lernen und das gesamte Schulleben haben. Von besonderer Bedeutung in der Grundschule!

Um noch ein Beispiel zu nennen, das in die Sekundarstufen reicht: Das Internet ist voll von Studien und Erfahrungsberichten über die segensreiche Wirkung des Schachspiels im Mathe-Unterricht. Auch wenn in Hamburg eine herausragende Tradition besteht: eine flächendeckende Pflege dieses Schul-Spiels würde, verbunden mit mathematischen Spielen im Unterricht, zu deutlichen Verbesserungen der Lernleistungen führen.

Lesen / 'Mein Spielbuch'
wurde schon erwähnt, hier eine Vertiefung: Beginnend im Elternhaus und im Kindergarten kann die alte Tradition des Klebebuches aufgegriffen und auf Spiel bezogen werden. In der Schule fortgesetzt, gäbe es beste Chancen der Spielpflege, verbunden mit Zählen, Lesen, Schreiben, Gestalten, alles auch im Unterricht.

Freude an der Gestaltung eines persönlichen Buches, fortgesetzt in höheren Altersstufen, hätte auch eine Wirkung auf das Image von Büchern überhaupt. Schließlich wäre eine persönlich erlebte Spielsammlung geschaffen, die an die späteren eigenen Kinder weitergegeben werden kann. Ohne 'Mein Spielbuch' wäre klassische Spielkultur in längstens zwei Digi-Generationen weitgend verloren. Der Sog digitaler Spiele wächst.

Die Entwicklung eines Spielbuches wird durch Kooperation optimal gefördert - Eltern (hier kann der Grundstein gelegt werden), BetreuerInnen in Krippe und Kindergarten, Lehrende an Schulen, Einrichtungen der Leseförderung, engagierte Personen sind herzlich eingeladen, zu gestalten!

Medienpädagogik / 'Huckepack-Verfahren'
Vorab zur Sprachregelung: Unter Medien werden gemeinhin digitale Geräte verstanden. Das sollte man korrigieren: Auch das Buch ist ein Medium, vielleicht das nach wie vor und auch in Zukunft wichtigste.

Vorsicht bei der zu frühen und auch unkontrollierten Überlassung digitaler Bildschirmgeräte, insbesondere des Smartphones! Es tobt ein Meinungsstreit: Warnung vor Entwicklungsschäden durch Wirklichkeitsentzug und Abhängigkeitsgefahren bis hin zur behandlungsbedürftigen Sucht einerseits, Überzeugung der Nützlichkeit dieser neuen Technologie im Lernprozess sowie in der Lebensvorbereitung andererseits. Es kann nicht behauptet werden, dass diese Diskussion sachlich verläuft. Man wirft sich gegenseitig Einseitigkeit vor.

Vielleicht sollte hier der alte Grundsatz gelten: Im Zweifel...zugunsten meines Kindes. Die insbesondere von Manfred Spitzer unterbreiteten Untersuchungsergebnisse aus zahlreichen Studien mit zum Teil Tausenden von Probanden können nachdenklich machen. Auch die Art, in der Spitzer, der zum 'Kronzeugen' der Kritiker wurde, allseits diffamiert wird.

Es muss wohl empfohlen werden, zögernd mit der Einführung und vorsichtig mit der Programm-Freigabe zu sein. Der Peer-Druck ist ein großes Problem. Es gibt viele weitere Erschwernisse - wie wäre es, offensiv zu versuchen, Kinder durch Spiel-Erlebnis zu fördern, stark zu machen? Sie durch eine Vielzahl klassischer (heute verlorener) Spielmotive zu fesseln? Spielen heißt auch Üben, sich bewähren, wetteifern. Die Vorbereitung und der Erfolg schaffen 'Spielintelligenz', formen eine Person. Dann können elektronische Medien 'im Huckepack' ihre Nützlichkeit entfalten, werden sie weniger bindend.

Ein sehr weitgehendes Vorhaben, aber gesellschaftliche Umwälzungen wie die Digitalisierung erfordern deutliche Antworten. Oder soll man das Spielfeld den digitalen Medien überlassen? Oder wächst sich das alles aus, so wie früher mit den Groschenheften? Wohl nicht, die Zahlen behandlungsbedürftiger Jugendlicher wachsen und wachsen... Man kann sicher nichts falsch machen, wenn Kindheit ermöglicht wird, die 'Kids' werden es danken!

Computerspiel / Viedospiel / Gaming
Die elektronischen Medien schicken sich an, die Spielwelt zu erobern. Und das nicht nur in Kindheit und Jugend. Und nicht nur als Spiel, die Geräte selbst sind auch attraktives Spielzeug. Und das nicht nur bei Erwachsenen, nein insbesondere bei kleinen Kindern! Es entsteht eine Parallelwelt, bewegungsarm, begegnungsarm, erlebnisarm.

Ist diese Einschätzung übertrieben? Prominente Personen, selbst aus Computerkreisen, tun alles, um ihre Kinder fern zu halten. Andere betonen die gesellschaftliche Verbreitung und nötigen Qualifikationen. Bedenklich stimmen die Dominanz der Shooter-Spiele, die Immersion, die fehlende Gewalt-Diskussion, die pauschale Erklärung des Kulturrats, dass Computerspiele Kulturgut seien (dann ja auch die Shooter-Spiele), die zu erwartende Implementierung der Virtuellen Realität, die Selbstregulierung der Industrie bei der Altersfreigabe, die Ausblendung der Herstellerhaftung, die Tendenz der Rückführung von Abhängigkeiten in eine labile Persönlichkeitsstruktur, der fortschreitende Ersatz des Sporttreibens durch e-sport mit Sportverbandsanspruch, die Indifferenz der Parteien, deren Vertreter z.B. auf der Gamescom die Forderungen der Szene, u.a. auf öffentliche Mittel, deutlich unterstützen.

Der Nutzen des Gaming sollte definiert und so mit dem des klassischen Spiels verbunden werden, dass beide Bereiche profitieren! Ein Beispiel: Medienpädagogik könnte auch sein, klassische Spielmotive real einzuleiten und dann im Internet kulturelle Hintergründe und Spielweisen zu recherchieren. Das eröffnet dann Erlebnis und auch Posting. Verbunden mit Pädagogik der 'Sozialen' Netzwerke. Ein Beispiel für diese Praxis: Fadenspiele, von allergrößter Bedeutung für die Auge-Hand-Hirn-Koordination sind, eine uralte und aufschlussreiche Tradition, hervorragend für Lehre (Kulturgeschichte), Übung, Bewährung, Wettstreit geeignet.

Zu dieser wichtigen Thematik sind TeinehmerInnen aus der Szene herzlich eingeladen - Firmenvertreter, Programmierer, Medienpädagogen, Eltern, Spieler, Therapeuten...

Bibliothek / Bücherspiel
Gibt es Bücherspiel? Im Sinne des erweiterten Spielverständnisses (Welteroberung und -gestaltung durch Neugier und Experiment) allemal. Bücher sind das klassische Medium der geistigen und äshetischen Lebensgestaltung, digitale Medien sind hierbei hilfreich (Sach- und Titelrecherche). Das Bucherlebnis ist durch nichts zu ersetzen, ist geistig entwickeltes Spiel.

Nach einer Anfangsphase der Lesebegeisterung, insbesondere bei Mädchen, kommt es aus verschiedenen Gründen zum Leseabbruch, zur Bevorzugung attraktiver elektronischer Medien. Schulen bemühen sich zahlreich um Leseförderung. Basis ist eine Schulbibliothek, falls vorhanden. Falls nicht, gibt es ist häufig ein stärkeres Bemühen um Außenkontakte, z.B. zu öffentlichen Bibliotheken. Man wird angesichts der Schreib-Leseschwäche von mindestens zwanzig Prozent der Grundschüler, was kürzlich auch zu deiner wichtigen Petition geführt hat, aber formulieren dürfen: Schule ohne Bibliothek, das geht garnicht! Und: Es sollte alles getan werden, um das Buch und die Bibliothek nachhaltig zu einem Lebenselement zu machen!

Das Thema Spiel, für Grundschulkinder äußerst attraktiv, kann zum einen mit dem eigenen 'Spielbuch' verknüpft werden. Ausführungen hierzu sind erfolgt. Weiter sollte das Buch durch Lebensnähe attraktiv werden und bleiben. Phantasy ist das nicht immer, Literatur, wie wertvoll auch immer, auch nicht. Lebensnähe ist wichtig, attraktive Sachbücher könnten helfen, den Faden nicht abreißen zu lassen. Hierbei natürlich auch das Thema Spiel, in Neuauflage des eigenen Spielbuches in den Sekundarstufen. Kinder sind kleine Erwachsene, Jugendliche allemal, sie brauchen wirkliche Bücher. Im günstigsten Fall kann Interesse an dem Sammeln eigener Bücher geweckt werden nach dem von Jugendlichen verstehbaren Motto: "Eine Wohnung ohne Bücher ist wie ein Smartphone ohne Apps".

Es kann gelingen, das erlebbar zu machen. Wie immer bei passenden Projekten kein Aufwand, sondern eine lohnende Aktion für beide Seiten. Verbunden mit dem Aufbau einer Schulbibliothek, falls nicht vorhanden. Analog kommt wieder, die Zeit ist reif dafür!

Die Bibliothek HOMO LUDENS wird an Schulen informieren. Beteiligte sind herzlich eingeladen, im Netzwerk teilzuhaben!

Öffentlichen Bibliotheken Vorschläge zu machen, ist ein gewagtes Unterfangen. Hier wird gearbeitet, die Betreuung einer Bibliothek ist Kärrnerarbeit. Sehr verdienstvoll in den Stadtbibliotheken die vielen Schulkontakte und Kinder-/Familienaktionen, auch zu klassischem Spiel.

Die digital mit bedingte Konzentration von Fachbibliotheken hat zu einem modernen Bibliotheks-Image geführt, in dem Bücher häufig als zweitrangig erscheinen. Der Nutzen digitaler Medien für Recherche, Bestellung, Online-Bereitstellung lenkt die Aufmerksamkeit auf eben diese Technik. Bibliotheksentwicklung wird zunehmend Datenbankorganisation. Im Wissenschaftsbereich begleitet von einer Funktionalisierung der Räumlichkeit. Sollte man überlegen, Elemente des sich Wohlfühlens und Bucherlebens zu schaffen?

Darf man den Stadt- bzw. Stadtteilbibliotheken vorschlagen, das Spiel und das Buch erlebbar zu machen und alles Digitale dem nachzuordnen? Man hat schon genug Arbeit - aber vielleicht gibt es Regale auf Rollen, die eine Kreisaufstellung gestatten. Familien inmitten passender Bücher und Spiele, das wärde doch etwas! Was könnte man noch gestalten?

In der Bibliothek HOMO LUDENS ist das Thema für eine erlebnisreiche Gestaltung ideal: Buch und Spiel in thematischer Vernetzung. Eine Gestaltung wird derzeit entwickelt, für verschiedene Zielgruppen. VertreterInnen verschiedener Bibliotheksgattungen sind herzlich eingeladen!

 

Demnächst werden Anregungen für weitere Praxisfelder der Spielpflege eingestellt, hier die vorläufige Liste:

Öffentliches Grün, Parks, Plätze

Spielplätze

Spielzeughandel

Einrichtungen der Behinderten- und Sozialarbeit

Seniorenbetreuung

Sortverein, Sport in der Stadt

Migration / Integration

Naherholung, Natur

Spielfest

Museum

Gesundheitswesen

Erwachsenenbildung, Elternschule

Stadt- und Stadtteilfeste

Forschung und Lehre, Universitäten, Hochschulen, Fachschulen

Massenmedien

Parteien, Regierungen und Behörden