Abteilung Praxisfelder der Spielpflege

 

 

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Spielpflege
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Hintergrund

Spielpflege in der Kindheit ist heute zwingend
Kannten Kinder in aller Welt mindestens 100 Spielmotive, die als Kinder-Spielkultur von Älteren an Jüngere weitergegeben wurden, sind es heute vielleicht noch 10 - genau wissen wir das nicht, ist kein Forschungsthema…

Kinder lernen im Spiel, ernsthaft, in typischen Phasen (Motorik, Phantasie und Sprache, Soziabilität). Man weiß auch schon lange um die Bedeutung von freiem Spiel in Familie, Krippe und Kita, Schule und Sport. Die Neurowissenschaften bestätigen dies. Spiel ist primär, Lerninteresse, Lernfähigkeit, Persönlichkeit entwickeln sich aus engagiertem Spiel.

Was ist Spielpflege - und: welches sind die Zielgruppen?
Spielpädagogik ist die klassische Bezeichnung für Spielförderung. Hier gibt es eine leitende Person und eine spezielle Situation, zumeist Kindergarten, Schule, offene Sozialarbeit. Aufwand, Anforderungen, gegebene Situation, Gestaltungsgrenzen limitieren die Wirksamkeit. Spielpädagogik sollte in Spielpflege münden. Situationen könnten so gestaltet werden, dass Chancen selbst organisierten Spiels entstehen.
Alle gesellschaftlichen Bereiche sind hier tangiert: die sozialisierenden Praxisfelder optimiert, die Lebensqualität erhöht,  Therapiechancen erweitert, das gesellschaftliche Klima verbessert...


Bestände der Bibliothek

Spielpflege ist eine Aufgabe aller Einrichtungen, die dem Lebensglück der Menschen dienen: Der Familie, der Kindertagesstätte, der Schule, der Kommune (Wohnumfeld, öffentliches Grün, Spielplatz, Stadtteileinrichtungen, Fest/Event), der Kultureinrichtungen (Bibliotheken, Museen, Veranstaltungen, Weiterbildungseinrichtungen…), von Sportvereinen und Verbänden, der Spielwarenindustrie, der Software-Schmieden, Architekten, Universitäten und Hochschulen, Medien, Sozial- und Behinderteneinrichtungen, des Gesundheitswesens, der Indoor-Anbieter… Die Liste ist leicht fortzusetzen…

Spiel im Alter
Begonnen sei mit der zumeist vernachlässigten Gruppe der Senioren. Neuroplastizität bis in das hohe Alter macht Bewegung und Spiel zu wertvollen Hilfen in dieser wahrlich nicht leichten Lebensphase. Dieses sowohl im öffentlichen Raum (Treffs) als auch in Heimen.
Die wichtigsten Titel sind noch nicht vorhanden, aber die verfügbaren machen deutlich: Man muss und kann überall initiativ werden, mit äußerst geringem Aufwand. Z.B. selbst organisiertes Brettspiel, gern im Flur!. Etwas mehr Aufwand erfordert der wertvolle Kontakt mit Schulklassen. Die Pflegesituation in Heimen fordert im elementaren Bereich, Spielpflege darf dennoch nicht unterbleiben!

Kindheit und Familiensituation
Kindheit ist Spielzeit, Spielfreiheit und Spielanregung bestimmen wesentlich die Entwicklungschancen des Kindes. Wobei Spielfreiheit die offene Annäherung und Eroberung aller Entwicklungselemente meint: Körper, Psyche, Phantasie und Sprache, Soziabilität, ästhetisches Empfinden… Die klassischen Elemente der Spielpflege in der Familie wie Aufmerksamkeit, Vorlesen, gemeinsam Spielen, einfach nur da sein während des Spielens (von hohem therapeutischem Wert), Eroberung der Natur am Wochenende, Nachbarschaftspflege und viele Erfahrungen mehr sind in Gefahr. Belastungen der Eltern, allemal der allein Erziehenden, sind bekannt.Parallel wirken häufig übermäßige Behütung (‚Helikoptern‘) und gut gemeinte kulturell orientierte Termine in der Woche kontraproduktiv.
Schließlich überlastet die Verantwortung für Einführung, Teilsperrung und Dauernutzung der elektronischen Medien in unbekannter Weise.

Die Bestände der Bibliothek orientieren auf spezifische Weise in diesem Problemfeld. Wichtig ist ein Einblick in die Geschichte der Kindheit. Hier sind zahlreiche Titel vorhanden, auch Lebensberichte, Bildmaterial und Theorien. Ebenso wichtig ist ein Einblick in die Geschichte, aktuelle Situation und Theorie der Familie. Ebenfalls möglich. Zur Medieninformation folgen Ausführungen.

„Kindergarten“, heute „KITA“
Dass diese Einrichtung von Fröbel gegründet wurde, dass Fröbel einer der bedeutendsten Spielpädagogen ist, dass sein Anliegen auch war, den Kindergarten um der Eltern willen zu gründen, mit ihnen hilfreich im Kontakt zu sein, dass der Begriff im englischen nicht übersetzt, sondern übernommen wurde, all dieses und viel mehr verbindet sich mit der heutigen „KITA“ nicht mehr. Man ist laut Eigendarstellung nicht primär um Spielpädagogik, sondern um Bildung bemüht. Man denkt und pflegt Spiel mit, das Selbstverständnis ist aber nicht am Verständnis von Spiel, sondern dem von Bildung orientiert. Web-Präsenzen, die spielpädagogische Konzepte ausweisen, sind die Nadel im Heuhaufen. Ein Schlüsselwort ist ‚spielerisch‘, das deckt den gesamten Bereich ab. Frühförderung ist essentiell, das weiß man heute - scheinbar aber ist Spielpädagogik, die Basis des Lernens und sich Bildens, aus dem Blick geraten. Allerorten gibt es Projekte. Neuerdings auch das Projekt, digitale Medien einzubeziehen. Medienpädagogik im Kindergarten, Spielpädagogik im Rückwärtsgang, Folgen unbekannt...

Falls diese Einschätzung als überzogen kritisiert werden sollte: Genau das ist beabsichtigt. Eine Diskussion der Bedeutung und Ausgestaltung des Spielens in der ‚KITA‘ scheint überfällig. In den ausbildenden Hochschulen sucht man fast vergebens nach spielpädagogisch ausgewiesenen Lehrveranstaltungen. Warum muss Textor, der Initiator einer wirklich lesenswerten interaktiven Plattform, eindringlich um die Einrichtung von ‚Freispiel‘ werben?

Die Bestände der Bibliothek geben einen Einblick in die Gedankenwelt Fröbels und die neuere Geschichte des Kindergartens sowie die wissenschaftliche Diskussion.
Eine interessante Beigabe: Nach dem Zweiten Weltkrieg haben amerikanische Einrichtungen sich auch um die Gestaltung des Kinderspiels im Nachkriegs-Deutschland bemüht. Es entstand u.a. eine großformatige, mehrseitige Fotosammlung spielender Kinder, aufstellbar, die der Bibliothek HOMO LUDENS übereignet wurde.

Schule
Kinder haben ihre traditionelle Spielwelt in organisierter ‚Beschulung‘ weitgehend verloren. Allemal in Ganztagsschulen. Es muss kein Nachteil sein, wenn die auch oft rauen Spiele der Straße durch Spielgestaltung in dieser Einrichtung ausgeglichen bzw. weiterentwickelt werden. Das entspricht allerdings nicht dem Selbstverständnis einer Einrichtung, die wesentlich auch am formalen Lernerfolg orientiert sein muss. Das Spiel in der Grundschule muss früher oder später dem Ernst des Lernens weichen. Nach anfänglicher Begeisterung entwickelt sich bei Kindern das mit ‚Penne‘ benannte Image.

Spielen und Lernen sind, folgt man den Einsichten der Entwicklungspsychologie und Hirnforschung, kein Gegensatz, sondern ein Kontinuum. Kinder brauchen Bewegung und Spiel, um die Welt zu begreifen. Man beachte die Semantik: man könnte auch formulieren: ‚zu greifen‘. Kinder leben so. Die Bildungsziele erzwingen eigentlich intensive Spielpflege, begonnen beim ‚reinen‘ Spiel bis hin zum Lernen als Spiel. Nicht ganz erreichbar, aber wie weit sind wir heute davon entfernt!

Der Sport kann nur partiell heilen; man braucht ‚Schulspiele‘ auf gleicher Augenhöhe, vorgeschaltet bzw. zu Beginn im Sportunterricht gepflegt. ‚Spielintelligenz‘, die Basis der Lernintelligenz, kann nur in offenem, wesentlich selbst mit organisiertem Spiel erworben werden. Bewegungsspiele sind die Kinderstube des Sports und des schulischen Lernens!
Schulspiele in diesem Sinne sind neu. Das Programm: Pflege des Bewegungsspiels im Sportunterricht, in der Pause, in Gerätelandschaften, im Fachunterricht, am Nachmittag, in Verbindung mit einem selbst gebastelten Buch (Grundstufe), (weiterführende Stufen), einer Webrecherche und Präsentation, der Anleitung jüngerer Kinder durch Ältere,  Beteiligung der Lehrenden…

Schulspiele sind fast ohne zusätzliche Kosten zu realisieren und haben infolge ihrer Entwicklungsförderung allergrößten Nutzen für das geforderte Lernen. Vieles geschieht schon in dieser Richtung. Neu wäre die Differenzierung und Verlässlichkeit in Schulen, insbesondere der Grundschule. Hier bietet die Bibliothek zahlreiche Titel aus dem Bereich der Schuldiskussion, der Spielpädagogik, der Spielmotive, der Praxis vor Ort.

Weitere Praxisfelder
Das Gaming ist dabei, dem realen Spiel den Rang abzulaufen. Auch in der wissenschaftlichen Behandlung, hier verkehren sich derzeit die Gewichte. Deutlich zu Lasten der Spielpflege. Und mit deutlichen Gefahren der Abhängigkeit bis hin zur Sucht. Einschlägige Titel sind vorhanden, werden ergänzt. Spielpflege ist Prävention; die elektronischen Medien können so nützlich und unschädlich geschultert werden. Dieses Huckepack-Modell ist wohl die beste Medienpädagogik.

Spielpflege in der Sozialarbeit, der Therapie (‚Spieltherapie‘), der Migration und Integration, der Museen und Bibliotheken, dem öffentlichen Grün, der Sportvereine und Verbände, der Stadtplanung, der Architektur und vieler anderer Gebiete ist eine zeitgemäße Aufgabe. Hier konnten in unterschiedlicher Weise Titel zusammengetragen werden. Es wird laufend ergänzt.

 

Raum 02

Raum 04

Abteilung V: Spielpflege

 

 

Kindergarten / Fröbel

 

Fach 12

Kindergarten

 

Fach 13

Spielplatz / Abenteuerspielplatz

 

Fach 14

Spielpädagogik / Spielaktion / Didaktisches Spiel / Lernen im Spiel

 

Fach 16

Elektronische Medien

 

Fach 20

Elektronische Medien

 

Fach 21

Alter, Senioren

Fach 74

 

Migration / Integration

 

Fach 22

Internet-Ratgeber für Eltern, Kinder, Jugendliche, Lehrende

Fach 93

Fach 10

Gesellschaftsspiele

 

Fach 101