Schulspiele

 

 

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SCHULSPIELE
Kinder stark machen, bewegt lernen, Medien ‚huckepack‘ nehmen -
10 Thesen zur Einführung einer täglichen Bewegungs-/Spiel- und Sportzeit

1. Kindheit entstand als Experimentier- Spiel- und Lernraum.
Kinder erobern die Welt im Spiel, schufen in der Vergangenheit eine Kinder-Spielkultur von mindestens 100 Spielen, die von Älteren an Jüngere weitergegeben wurden.

2. Was Hänschen nicht spielt, lernt Hans nimmermehr…
Spielerlebnis und Spielfähigkeit sind unentbehrlich für die Entwicklung des Kindes, damit auch seiner Lernfähigkeit. Zahlreiche Spiele haben Übungscharakter. Beim Spielen wird das Gehirn entfaltet, das Spielen und Lernen gelernt. Lernen ist auch differenziertes Spielen.

3. Moderne Gesellschaften bieten wenig Spiel-Freiraum: Wohnsituation, Verlust der Straße, organisierter Tageslauf engen ein. Kita, Schule und Verein haben strukturelle Probleme mit nachhaltiger Spielpflege.

4. Bildschirmmedien verstärken den Spielverlust:
Sie entziehen Wirklichkeit, binden wertvolle Zeit und können abhängig machen, bis hin zu behandlungsbedürftiger Sucht. Computerspiel verdrängt das wirkliche Spiel. Klassische Spielmotive gelten zunehmend analog‘, als überholt. Spielpädagogik wird Medienpädagogik.
5. Spielverlust verstärkt moderne Entwicklungsprobleme
in Kindheit und Jugend wie Übergewicht, Unruhe, Aufmerksamkeitsdefizite, Lernschwächen, Störungen des sozialen Empfindens und Vehaltens. Spielforschung hat hier ungelöste Aufgaben.

6. Es ist Zeit, das Spiel des Kindes angemessen zu würdigen!  Bedeutende Pädagogen, Befunde der Entwicklungspsychologie und der Neurowissenschaften zur Vernetzung von Spielen und Lernen sowie positive Erfahrungen in Schulen sollten ernst genommen werden.

7. Es ist höchste Zeit, SCHULSPIELE als tägliche Bewegungs- Spiel- und Sportzeit verlässlich einzurichten!
Wichtige Elemente sind tägliches Freispiel am Vormittag, Übung und Wettkämpfe, Bewegungsspiele im Sportunterricht, Gestaltung der Pause, bewegter Unterricht, Spiel als Unterrichtsgegenstand, Projekte, psychomotorisches Angebot, Spielpaten, Vernetzung mit dem Nachmittag, Pflege eines persönlichen Spielbuches (Lese-kompetenz, Bibliothek unentbehrlich), Webrecherche und- Präsentation (Selfies, Web-Kontakt zu Schulen), Auszeichnungen, Spielfest, Einbeziehung von Eltern…

8. 100 Schulspiele - zuviel? In der Grundschule bestimmt nicht… Es muss nicht alles sein, aber einiges schon, vor allem das tägliche Freispiel. Jeden Monat ein Motiv einführen, weitere kommen aus der Phantasie der Kinder. In der Grundschule ergibt das dann bestimmt 100: Motorisches Spiel, Handgeschicklichkeitsspiele, Stock- und Steinspiele, Fadenspiele, Spiele im Kreis, Kim-Spiele, Singspiele, Rhythmusspiele, Tanzspiele, Spiele ohne Sieger, Laufspiele, Balancieren, Hüpfspiele, Kampfspiele, Ring- und Raufspiele, Jonglierspiele, Wurfspiele, Kugelspiele, Reifenspiele, Stelzenspiele, Akrobatische Spiele, Zirkusspiele, vielfältige Ballspiele, Geländespiele, (Kleine) Sportspiele, Lustige Spiele, New Games, Spiele aus aller Welt, Spiele von damals, Gesellschaftsspiele, ausgewählte Computerspiele, Legespiele, Ratespiele, Lustige Spiele, Sprachspiele, Lesespiele, Mathematische Spiele, Schach, Gesangsspiele, Theaterspiele…

9. So werden Kinder stark und können die digitalen Medien ‚huckepack‘ nehmen!
Spielpflege ist die beste Medienpädagogik! Sie macht Kinder stark, öffnet Lebensinteressen. Bilschirm-Geräte entwicklungsgerecht so spät wie möglich - die Knirpse verpassen nichts, sind ohnehin online. Zentrales Medium ist das Buch. In Kombination von Spielpflege (u.a. ‚Mein Spielbuch‘) und Medienpädagogik entsteht komplexe Medienkompetenz!

10. Schulspiele sind leicht einzuführen, fast umsonst und von allergrößtem Nutzen für alle Beteiligten!
Schulspiele erfordern wenig Ausgaben, sind leicht einzuführen und überaus lohnend. Sie fördern Entwicklung und Lernen, verbessern das Klassen- und Schulklima, fördern Soziabilität und Empathie, helfen bei der Bewältigung der Aufmerksamkeits-, Inklusions- und Integrationsaufgaben, minimieren Aggression / Gewalt und Mobbing… Spiel ist unentbehrliche Entwicklungsförderung und auch ein ‘Breitband-Therapeutikum‘!Spielförderung lässt sich nicht outsourcen. Wäre auch ein Verlust, Spielen ist freudvoll. Es gibt kein Konzept / Curriculum für Schulspiele. Einfach versuchen, behutsam beginnen, im Kollegium entwickeln, mit Partnerschulen kooperieren. Das Internet bietet eine Fülle überzeugender Beispiele, konkreter Anregungen und Anleitungen. Zahlreiche Videos ermöglichen direkte Übernahme.

Schulspiele und 'Mein Spielbuch'

Am 21.9.18 war die Bibliothek mit einem Plakat, Büchern und einem Spielgeschenk auf den 'Fachtagen für Schulsport und Bewegte Schule 2018' des LI Hamburg vertreten. Es gab eine nicht erwartet positive Reaktion auf das präsentierte Thema SCHULSPIELE. In zahlreichen Gesprächen wurden Spiele und Vermittlungschancen erörtert.

Auf besonderes Interesse traf der Vorschlag, dass jedes Kind, beginnend in der ersten Klasse, ein Spielbuch führt. Hier können Elebnisse eingetragen bzw.auch als Papierbild eingeklebt werden. Denkbar ist eine Fortführung bis in Sekundarstufen, dann mit eigenen Buch- und Webrecherchen ergänzt. Ein weiterer Zugang zum Medium Buch. Und später ein wichtiger persönlicher 'Schatz' bei der Betreuung eigener Kinder.

'MEIN SPIELBUCH' kann darüber hinaus ein wichtiger Beitrag zur Bewahrung der realen Spielkultur sein. Spiele sterben derzeit aus. Kinder brauchen Spiel, um sich entwickeln zu können. Kindheit ist Spiel-Lernzeit. Entwicklungspsychologie, neuerdings Neurowissenschaften und spielpädagogisch aktive Pädagogen liefern überzeugende Auskünfte. Die Folgen des Spielverlustes sind gravierend. Auch ablesbar in Aufmerksamkeits- und Lernproblemen. Kinder, die das Spielen nicht lernen, haben auch anderorts Lernprobleme!

Computerspiele gleichen das nicht aus. Es fehlt Bewegung und das über Bewegung vermittelte Entdeckungs-, Übungs-, Erfolgs- und Sozialerlebnis. Der Zeitbedarf und die emotionale Bindung verstärken die Verluste. Das Gaming sollte 'huckepack' genommen werden: Spielpflege in Familie, Kita und Schule, hier als Schulspiele, hat das absolute Primat. So werden Kinder stark, können selbstständiger mit elektronischen Medien umgehen. Und besser lernen...